
Christoph Martin Wieland (1733 – 1813)
Die Weihnachtsfeiertage 2025 waren für unsere Kühe und uns leider alles andere als besinnlich.
Am 25. Dezember nachmittags erreichte mich ein Anruf, dass sich eine unserer Kühe über die Weide schleppen würde. Da ich erst zu Mittag nach den Kühen gesehen hatte und immer noch auf der gleichen Weide war, wunderte mich das sehr, doch tatsächlich: irgendetwas war mit Zorra in der Zwischenzeit passiert und es sah gar nicht gut aus. Sie stand auf den Vorderbeinen, doch ihre Hinterbeine waren eingeknickt. Das hielt sie allerdings nicht davon ab sich zügig über die Weide zu bewegen, sie war ja trotz ihrer 17 Jahre immer noch eine kräftige (und übrigens auch ranghohe) Kuh. Sie schien selbst verwundert und ich hatte den Eindruck, dass sie auch nicht recht wusste, wie ihr geschehen war.
Rücksprache mit einem Tierarzt ergab, dass man einen, höchstens zwei Tage zuwarten könne. Wir hofften beide, dass sie vielleicht einfach nur ausgerutscht war, doch als ich ihre Spur im Schnee zurückverfolgte, bekam ich eine böse Ahnung, was vielleicht passiert sein könnte. Schon am 24. Dezember gab es, bedingt durch die Kombination aus Nebel und tiefen Temperaturen, viel Eisbruch. Da, wo Zorras Schleifspur begann, war ein großer Ast von einem hohen Baum heruntergekommen. Wenn er auf ihre Wirbelsäule gefallen war, waren ihre Hinterbeine möglicherweise schlicht und einfach gelähmt. Als ich am nächsten Tag auf die Weide kam, ließ ihr Zustand jedenfalls keinen Zweifel daran, dass die Zeit des Abschieds gekommen war.

Zorra war Menschen gegenüber zwar scheu, doch innerhalb ihrer Herde eine durchaus energische Kuh. Ihr fortgeschrittenes Alter war ihr nicht anzumerken und auch für ihre Kuh-Familie kam ihr Abschied definitiv überraschend. Noch Wochen später kommt es vor, dass ein Gemuhe ertönt und sich die Tiere an die Stelle begeben, wo sie zuletzt gelegen ist. Sie legen sich nie selbst auf diesen Platz, wohl aber unmittelbar daneben hin.

Wir danken allen Patinnen und Paten sehr herzlich für die Unterstützung dabei Zorra ein schönes Leben zu bereiten. Gerne hätten wir sie noch weiter ins hohe Kuh-Alter begleitet.
Fotorückblick Zorra 2025



